Es ist zwar schon Sonntag, der 11. Juni, um 5:00 Uhr morgens, aber erst jetzt liegen wir endlich in den Kojen… Und das genau am Polarkreis in Norwegen und diesmal auch auf dem regulären und (fast) richtigen Breitenkreis (66 Grad 33 Minuten . Um uns herum noch jede Menge Schneereste. Doch blicken wir erstmal zum Vortag
Die heutige Strecke: 255 km – davon ca. 100 km Fähre.
Am Morgen hatten wir uns Zeit gelassen, da die Fähre Richtung Festland erst um 23:45 Uhr losfahren sollte. Also planten wir erstmal in den wirklich letzten Ort der Lofoten zu fahren. Der Ort hat den wunderbaren Namen:
Å
Nicht mehr. Nur der Buchstabe A mit einem Kringel drauf. was auf Norwegisch dann ein wenig wie ein offenes halbes “O” ausgesprochen wird.
Etwas eindeutiger wird er mit dem Zusatz. “ i Lofoten “. Also insgesamt “Å i Lofoten”. Was dann soviel heißt wie: “A auf den Lofoten”.
Info zu Å (Auszüge aus Wikipedia)
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Å i Lofoten, oder kurz Å ist ein Ort mit rund einhundert Einwohnern auf den Lofoten … . Der Name ist etymologisch verwandt mit lat. aqua, bedeutet so viel wie Bach. Erreichbar ist Å über das Meer mit einer Fähre … und über den Landweg über eine im Jahre 1992 eröffnete Straße.
Der größte Teil des Ortes und auch der Süßwassersee gehört der Familie Johan B. Larsen und deren Nachkommen.
Die Stadt lebt heute hauptsächlich vom Tourismus in den Sommermonaten. Die zwei dort ansässigen Museen stellen einen wichtigen Beitrag zur Darstellung der Kultur auf den Lofoten dar. Å ist vorwiegend ein Fischerdorfmuseum und besteht aus 23 Gebäuden, die 150 Jahre alt sind und sich noch an ihrem alten Platz befinden. Dazu gehören einige Rorbuer, Bootshäuser, eine Schmiede und eine Bäckerei sowie eine Trankocherei.
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Ein bisschen vergleichbar ist Å mit der Ortschaft Nusfjord die wir tags zuvor besucht hatten. Insgesamt etwas größer, aber auch hier gibt es jede Menge Hobbyhochseefischer auf Urlaub, ein größeres Restaurant, ein Cafe und ansonsten … viiiieeel Aussicht auf lofotisch hübschniedliche Hafenrustikalität sowie ... ein heute erstaunlich ruhiges, spiegelglattes Meer.
An der Außenkaimauer des Hafens machten wir ein paar Bilder, gingen in ein schnuckeliges Cafe und entschlossen uns spontan nicht weiter zu fahren, sondern ganz gemütlich den Tag hier in dem Ort zu verbringen. Apik holte seine Angel hervor, was erstmals zu einem kleinen Plasternoteinsatz führte. Später bekamen Edwin und Hubert weitere Angellehrstunden.
Ich setzte mich derweil in das Ortsrestaurant “Smaken av Lofoten” (also in etwa: Geschmack der Loften) mitten in die Sonne, holte mir selbstbedienend einen Kaffee und ein Teilchen und schrieb ein wenig für den Blog. Dabei fiel mir zum wiederholten Male auf, dass für Kaffee aus der Selbstbedienung “all you can Coffee” gilt. Das kennt der Ein oder Andere von Euch bestimmt auch aus dem IKEA-Kottbullar-Restaurant. Sehr sympathisch diese Skandinavier ... .
Gegen 18:00 Uhr kamen wir wieder zusammen und testeten anschließend den Geschmack der Lofoten im “Smaken av Lofoten” live. Wir bestellten dreimal Fischsuppe, einen Fischburger und eine Versuchsportion von Stockfisch. Zur Erinnerung. Stockfisch ist nach der Trocknung hart wie ein Stock. Möchte man ihn als komplette Mahlzeit genießen, muss er zuvor mehrere Tage in Wasser und/oder Milch eingelegt werden. Das Fleisch nimmt dabei nahezu wieder die ursprüngliche Konsistenz an. Ergebnis… Joaahh. Interessant. Das Fleisch sah wirklich wieder wie ein frischer ! Fisch aus, obwohl es 3 Monate in der Luft trocknete. Geschmacklich etwas strenger als frischer Fisch aber insofern auch “prägnanter”.
Anschließend ließen wir uns alle noch zwei Stunden individuell Zeit. Gegen 22:00 bereiteten wir uns dann auf die Fähre vor, fuhren zurück in den nur 5 km entfernten Hafen von Moskenes, warteten gemütlich und fuhren um 23:30 Uhr auf die Fähre zusammen mit weiteren 5 Autos bzw. WoMos und ca. 10 Rucksacktouris die ansonsten komplett leere Fähre, die pünktlich um 23:00 Uhr die Schotten dicht machte.
Dann begann das Spektakel:
Nur 15 Minuten später, also genau 24:00 Uhr hatten wir bereits soviel Abstand zum Ufer, dass wir ein einzigartiges Sonnenspektakel an den hinter uns liegenden langgezogenen Küstenstreifen der Lofoten erleben konnten bzw. - man muss es an dieser Stelle einfach etwas pathetischer ausdrücken - durften. Die Sonne lag teils hinter den Bergen, teils lugte sie je nach Entfernung und Winkel zwischen den Berggipfeln hervor. Dabei erstreckte sich die Lofoteninselkette viele viele dutzende Kilometer perfekt sichtbar im Orangerot des Sonne gen Norden. Und das um Punkt 24:00 Uhr. Ein wunderschöner und unglaublich intensiver Abschied.
Wir verließen die Fähre pünktlich um 3:15 Uhr und los gings auf eine ausnahmsweise wirklich mal recht eregnislose “Nacht”-fahrt bis ca. 04:45 Uhr. Ziel war das Arctic-Circle-Center genau am Polarkreis, von dem wir gehört hatten, dass man ohne Probleme auf dem zugehörigen großen Parkplatz stehen und übernachten dürfte.
Mittlerweile sehr müde kamen wir dort an, setzten den Wagen irgendwo hin, staunten kurz darüber, dass wir tatschlich wieder auf einer baumlosen Hochebene in 680m NN mit recht viel Schnell angekommen waren und schliefen ein.
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