Dienstag, 4. Juli 2017

24. Tag – Samtag, 17. Juni 2017 – zuHause

19:53 Uhr – wir sind zu Hause !

die heutige Strecke: 750km
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Kurz vor 7:00 Uhr bin ich in der Pampa Dänemarks aufgewacht und als erster aus der Koje geklettert. Da ich zugegebenermaßen nur zwei oder dreimal als erster aufgestanden bin, führte das prompt zu grinsenden Anmerkungen meiner Elch-Kumpel. “Ich könne es ja gaaaar nicht erwarten, meinen Testosteronspiegel durch die Zuführung östrogener Bedingungen abzubauen”…… Jajaja..! - Als wenn es denen anders ergehen würde ….

Schnell haben wir ein letztes Käffchen gebrüht und unseren Reservekanister entleert. In Dänemark ist das Benzin doch erheblich teurer als bei uns und so konnten wir nun erst- und letztmalig unsere Sprit-Notfallration nutzen. Dann gings gegen 07:30 Uhr auch schon los.

Gegen 09:00 Uhr passierten wir die dänisch-deutsche Grenze. Wir fühlten und fast schon wie zu Hause, hatten aber dennoch noch gut 600 Kilometer vor uns. Kurz hinter der deutschen Grenze gingen wir auf Tankstellen und Frühstückssuche und fanden schließlich eine kleine unscheinbare Tankstelle an der wir nach dem Tanken auf dem dazu gehördenen Parkplatz direkt neben einer Windmühle stellen und frühstücken durften. Klasse war das und seeeehr nett! Danke an den Chef der Tankstelle.

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Dann gings weiter und weiter und weiter und weiter …

... und in Hamburg fuhren wir erstmal in einen mehrere Kilometer und mehrere Abschnitte nervigen langen Stau! Unglaublich!. Stau Stau Stau.

Teilweise konnten wir Dank der mehrfach vorhandenen wohlmeinenden Navisysteme die Staus umfahren. Aber dennoch büßten wir Minute um Minute ein. Die erste Navimeldung besang noch eine Ankunft in Sankt Augustin um 15:45 Uhr. Aber Stau-, Tank- und kleine Kaffeepause irgendwo vor Münster ließen die Ankunftzeit mehr und mehr in den frühen Abend reinrutschen.

Ab er dann war es soweit…. Flensburg, Hamburg, Bremen, Münster, Dortmund, Köln und schließlich A59-Abfahrt Bonn-Vilich / Hangelar .

Jeder von uns schwelgte in seiner eigenen Erwartung …. Ich fuhr vergleichsweise langsam und genoss jeden Meter… Um 19:45 Uhr bogen wir in die Großenbuschstraße ein. Doch 500 Meter vor dem Ziel hielten wir an!

Noch einmal tief durchatmen. Wir zogen unsere Nordkap-T-Shirts an, legten die richtige Mukke in den CD-Spieler… “ABBA: The Winner takes it all”, drehten die Lautstärke auf volle Pulle, setzten uns alle nach Vorne, hielten die Norwegen-Flagge raus aus dem Fenster und den Handballen auf die Hupe……

So fuhren wir die letzten 500 Meter bis wir nach über 8000 km und 23 Tage, 8 Stunden und 53 Minuten zu Hause ankamen….



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Epilog folgt !

Montag, 3. Juli 2017

23. Tag – Freitag, 16. Juni 2017 – Skanderborg (Dänemark)


tja … , wir haben das wunderschöne und beeindruckende Land Norwegen, indem wir mehr als 14 Tage verbracht haben, mittlerweile hinter uns gelassen. Müde und dennoch aufgekratzt verbringen wir die letzte Nacht an einem Rastplatz irgendwo in Dänemark. Der Ort heißt Skanderborg. Schon mal jemand gehört?

die heutige Strecke: 581km (davon 143km Fähre)
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Am Morgen unseres 23. Tages sind wir relativ spät aufgestanden. Die 245km bis zur Fähre in Kristiansand planten wir mit Pausen in ca. 6 Stunden zurückzulegen. Da die Fähre erst um 20:15 Uhr fuhr, hatten wir also genügend Zeit über den Tag.

So standen wir irgendwann gegen 09:00 Uhr, frühstückten noch einmal mit selbstgemachten kleinen Pfannküchlein im PanCake-Stil, packten unsere sieben Sachen, spülten ein letztes Mal in den sehr erwähnens- und lobenswert sauberen norwegischen Campingplatzküchen und führen gemächlich durch Süd-Norwegens Fjordlanschaften Richtung Heimat.

Auf dem Weg passierten wir nochmals per Fähre einen Fjord, umfuhren weitere andere Buchten, passierten kleine Berge und traumhaftschöne letzte Aussichtpunkte, wohlwissend, dass wir Norwegen am Abend verlassen würden.
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Wir erreichten gegen 18:00 Uhr den Fährhafen von Kristiansand. Die zwei Stunden Wartezeit vergingen schnell und gegen 19:30 Uhr lief unsere Fähre unter beeindruckendem Getöse in de Hafen ein.

Als krönenden Abschluss gönnten wir uns nochmals etwas Besonderes. Denn nicht irgendeine Fähre sollte uns aus Norwegen transportieren… Nein... ! Das wäre ja nun auch wirklich unter dem Niveau unserer großartigen Reise gewesen.

Zwei Tage zuvor buchten wir für die Überfahrt von Kristiansand in Norwegen nach Hirtshals in Dänemark die superschnelle FjordCat. Erstaunlicherweise betrugen die Fährkosten nur wenige Euro mehr als die der normalen (gääääähn) langsamen Fähre, die mehr als eine Stunde länger gefahren wäre.

So gönnten wir uns den Spaß mit diesem Spielzeug und wurden “weiß Gott” nicht enttäuscht.
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Für die gut 143 km lange Überfahrt braucht die FjordCat inkl. Ab- und Ablegen gerade mal 2 Stunden und 15 Minuten, was somit einer Durchschnittsgeschwindkeit von 63,5 km/h entspricht. Und das inkl. An-und Abfahrt. Der Pott fuhr zeitweise über 70km/h.

Da das Wetter wieder mal optimal war, konnten wir während der Fahrt sogar ans Heck des Schiffes gehen und die gewaltigen Wasserstrahlturbinen bei der Arbeit bewundern.

Info zur FjordCat (Auszug aus Wikipedia)
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Im Juli 1998 schaffte die FjordCat die Strecke zwischen NewYork (Vereinigte Staaten) und Bishop Rock (England) innerhalb von 2 Tagen, 17 Stunden und 59 Minuten. Die Durchschnittsgeschwindigkeit bei der Atlantiküberquerung war 41,025 Knoten (= 75,98 km/h). Damit erfüllte das Schiff grundsätzlich die Voraussetzungen zum Erwerb des Blauen Bandes der Hales Trophy, allerdings wurde die Entscheidung aufgrund der Bauform des Schiffes (Katamaran statt klassische Schiffsbauform mit einem Rumpf) sowie der Tatsache, dass kein regelmäßiger Liniendienst auf der Strecke zwischen New York und Bishop Rock stattfindet, kontrovers diskutiert und schließlich gerichtlich beschieden.
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Gegen 22:30 Uhr legten wir am nördlichen Ende Dänemarks, in Hirtshals, an. Danach gings noch ca. 2 Stunden weiter bis wir gegen 01:00 Uhr morgens irgendwo in Dänemark an einem Rastplatz hielten und uns ein letztes Mal in unsere Kuschelkojen warfen.

Sonntag, 2. Juli 2017

22. Tag – Donnerstag, 15. Juni 2017 – Preikestolen II


Das war atemberaubend.

In 604m Höhe über dem Meeresfjord zu stehen/liegen/sitzen und dabei senkrecht nach unten zu schauen … , da zieht sich einem so manches zusammen!

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Der Preikestolen ist schon wirklich beeindruckend…. Aber was ist das eigentlich?

Info zum Preikestolen (Auszug aus Wikipedia)
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Der Preikestolen oder Prekestolen (norw. für Kanzel oder wörtlich Predigtstuhl) ist eine natürliche Felsplattform (Felskanzel) … und ein Tourismusziel mit weitem Blick über den Lysefjord und angrenzende Berge. Die Größe des Felsplateaus beträgt zirka 25 mal 25 Meter. Die Felskante fällt 604 Meter senkrecht in den fast 40 Kilometer langen Fjord ab. Die Kanzel wird jährlich von etwa 200.000 Menschen erwandert.

Die Felskanzel liegt im Rogaland, einem westlichen Bezirk in Südnorwegen. Die Entfernung nach Stavanger, der viertgrößten Stadt Norwegens, beträgt per Luftlinie etwa 25 Kilometer.

Die Plattform ist vom Endpunkt der ausgeschilderten Straße bei Preikestolhytta nur über einen Wanderweg erreichbar. Die normale Wegzeit für den einfachen Weg sind 1,5–2 Stunden für die ca. 3,8 km mit einem Höhenunterschied von 330 Metern. Der Weg führt erst steil einen Höhenrücken hinauf und dann fast ebenerdig über Bohlenpfade durch morastigen Wald zur Urskarhöhe (418 Meter) und von dort über ein Geröllfeld zum Neverdalsskaretpass (532 Meter) hinauf. An einem kleinen See vorbei erreicht man schließlich über ein mit Treppen und Geländer gesichertes Stück die ungesicherte Plattform.
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Am Morgen sind wir früh aufgestanden. Das Wetter sah vielversprechend aus und wir nahmen an, dass der Andrang auf der 4 km langen Wanderstrecke vom Basislager-Parkplatz bis zur Plattform recht groß sein würde. Es sollte also früh losgehen damit wir nicht von hunderten weiterer begeisterter und besinnungslos Schwindelsüchtiger überrannt werden würden.

Kurzes Bergsteigerfrühstück gegen 08:00 Uhr in der Früh. Stullen geschmiert, Tee oder/und Kaffee getrunken. Erstmals und letztmals die Wanderschuhe, die wir mit hatten, angezogen. Dann gings los. - Und wie sich das für echte! Wanderer gehört …,  erstmal den öffentlichen Bergsteigerbus genommen. 32 EUR für 5km !!! Jaaa richtig gelesen … Zweiunddreissig Euro für füüüünf Kilometer (für alle zusammen) . Das war happig … ! Okay .. inkl. Rückfahrt. Aber dennoch!

Nach 5 Minuten Fahrt waren wir dann am Basislager. Ein großer Parkplatz, eine saubere! Pipibude, ein Hotel, ein schöner See, ein Cafe, ein Souvenierladen sowie eine Mischung aus bajuwarischer Meindl-Schuh-Wanderlaune, österreichischer Hüttengaudi, chinesisch japanischer Massenromantik inkl. weißer! Handschüchen, russischem Jogginghosenflair mit Strassstein-Schüchen und endlos lautem spanischem Machismogebrabbel empfingen uns. Soviel zum Thema früh los. Nun gut. Der Berg rief und los gings…

Die Strecke ging über knapp 4km und hatte durchaus hier und da ein wenig alpines Flair. Steilere Passagen, morastiger Boden, eingehauene Treppen in Felsen, an den man sich abstützen musste und zum Schluss sogar ein paar wenige Stahlseile als Halteunterstützung in den Felsen bei einem Höhenunterschied von immerhin 334m. Schöne Wanderstrecken, sehr nett ! –

Dann, nach knapp 2 Stunden, waren wir um 11:00 Uhr da!

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Wirklich, wirklich beeindruckend! Der Blick ist atemberaubend.

Die Plattform ist vollkommen ungesichert. Noch nicht einmal ein Warnschild steht dort! Und es geht steil runter. Der Andrang hielt sich in Grenzen und es bildete sich eine brave, fast schon englische Schlange all derer, die sich am äußeren Punkt der Plattform solo oder als Gruppe fotografieren lassen wollten. Wir natürlich auch. Wir stellten uns in Position und … klick, klick, klick.

Nachdem sich der Adrenalinspiegel auf ein mittleres Maß eingependelt hatte, stiegen wir noch ein wenig höher auf eine oberhalb gelegene Ebene von der man einen wunderbaren Überblick auch auf die Plattform hatte. Dort aßen wir unsere Brote, tranken Wasser, verglichen uns mit Reinhold Messner und beobachteten die Neuankömmlinge unter uns.

Meine Verhaltensstudien ergaben folgendes:
  • ca. 30% der Preikestoler-Begeher legten sich zumindest einmal auf dem Bauch an die Kante. Wir auch.
  • ca. 5% der Preikestoler-Begeher setzen sich an die Kante mit baumelnden Beinen. Wir nicht
  • von diesen davon waren ca. 80% Frauen zwischen 20 und 30 Jahren
Eine Begründung wurde mir erst später zuteil. Ich fragte eine junge Dame meines näheren Bekanntenkreises und erhielt die logische Erklärung aus ihrer Sicht. “Mädels tun einfach alles für ein perfektes Foto! “ ==> danke Kati für diese absolut einleuchtende Erklärung.

Wir verbrachten fast drei Stunden dort oben, legten uns zeitweise etwas abseits hinter einen Felsen und hielten schnarchend ein Mittagsschläfchen in wunderbarer norwegischer Höhensonne, inkl. im Anschluss sonnengereizter Haut. Edwin erklomm ein paar weitere Höhen und schoss Bilder.

Gegen 14:00 Uhr gings an den Abstieg der problemlos verlief. Zwischendurch beobachteten wir noch einen Rettungshubschrauber der mit einem mal über unseren Köpfen kreisend auftauchte. Dazu ein Sanitäter der kurze Zeit später den Berg heraufjoggte. Respekt, der war fit! Wahrscheinlich wegen eines Badeschlappengängers … ! Naja…

Gegen 16:00 Uhr kamen wir unten am Basislager-Parkplatz an. Es folgten All-you-can-drink-Kaffee und leckere Waffeln mit CremeFresh und Marmelade im Cafe und ein wenig Erholung mit etwas Shopping im Souvenierladen.

Um 18:00 Uhr waren wir zurück auf dem Campingplatz, wo wir kurze Zeit später unseren letzten Abend begannen zu feiern. Das letzte Fleisch, die letzten Würstchen, der letzte Fisch, die letzten Bierchen, der letzte Schnaps, der letzte Whisky..  Der letzte geplante Höhepunkt der Reise lag nun hinter uns. Es ging langsam dem Ende unserer Reise zu.