MannoMann, was war das für ein toller Tag mit wunderbaren Eindrücken. Das hat heute jeden von uns umgehauen.
Wir sind heute schon um 07:30 Uhr aufgestanden, da unsere Programmplanung für den heutigen Tag einiges vorsah.
die heutige Strecke: 355 km
Gegen 09:00 Uhr verließen wir den Platz erstmal in Gegenrichtung. Eine der berühmten sog. Stabkirchen befand sich gut 14 km entfernt in dem kleinen Örtchen Heidal, die wir leider nur von außen betrachten und fotografieren konnten.
Dann ging es weiter. Nach nur 6km mehrere Aufschreie der Glückseligkeit. Eine Elchkuh mit ihrem Kitz überqurte seelenruhig die Straße. Vollbremsung, Warnblinkanlage rausgehauen, Kameras gezückt und klickklickklickklickklickklickklickklickklickklick
Doch leider waren Kuh und Kalb schneller. Ein paar Fotos sind halbwegs gelungen.
Im Tagesprogramm stand aber noch der Besuch einer weiteren Stabkirche in dem Örtchen Borgund, den wir gegen 14:30 Uhr erreichten. Dort befindet sich eine der bekanntesten und touristisch am besten vermarktesten Stabkirchen Norwegens. Insoweit gut gemacht, da man gegen Eintritt eine kleine Ausstellung und die Kirche von innen besuchen konnte. Gut und informativ gemacht.
Info zu Stabkirchen (Auszüge aus Wikipedia)
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Stabkirchen sind hölzerne Kirchen, die als Stabbau konstruiert wurden. Der Stabbau ist ein Tragwerk aus senkrecht stehenden Masten, den sogenannten Stäben, auf denen die gesamte Dachkonstruktion ruht. Stabkirchen kamen hauptsächlich in Skandinavien vor. Ihre Datierung erweist sich als schwierig, da viele Kirchen aufgrund ihrer anfänglich primitiven Konstruktion verloren gingen. Andere wurden durch Brände zerstört, oder sie wurden durch Steinkirchen ersetzt. In Skandinavien wurden Stabkirchen während der Übergangszeit von der heidnischen Religion zum Christentum vor allem im 12. und 13. Jahrhundert erbaut, entstanden aber auch noch im Spätmittelalter.
Ein wichtiges Kennzeichen der Stabkirchen ist – außer der Dachmastenkonstruktion – generell die Vertikalität des Kirchengebäudes: Die Holzteile stehen senkrecht, im Gegensatz zu den Blockbauten, in denen die hölzernen Teile waagerecht liegen.
In Norwegen gab es bis zur Reformationszeit etwa 750 Stabkirchen und diese waren somit die Mehrzahl der ca. 1200 Kirchen im Land. … Heute stehen nur noch 28 authentische Stabkirchen
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Nach dem Besuch tranken wir noch unseren obligatorischen Mittagskaffee mit lecker Wäffelchen. Der Kaffee natürlich wieder zum Nachfüllen. Sehr sympatisches Kaffeevölkchen … diese Norweger!
Weiter gings… Der Weg war noch lang. Der normale Verlauf unserer heutigen Strecke sah die Durchquerung des … ACHTUNG! …. längsten Autostraßentunnels der Welt vor.
Der Lärdalstunnel ist 24,51 km lang. Ich sags ja immer wieder. Die können echt buddeln. diese Norweger… Wers nicht glaubt ==> siehe Wikipedia-Auszug unten.
Doch der profanen Durchquerung dieser durchaus bauingenieurischen Meisterleistung wollten wir uns nicht hingeben. Der landschaftliche interessierte Tourist weiß, dass es ÜBER! einem Tunnel weitaus besser aussehen kann als dunkel und doof in die Röhre zu schauen.
Also auf zur Überquerung des weltlängsten Autostrassentunnels. Der durchaus bekannte sog. Snow-Way (Schneeweg) hatte es echt in sich. Die Bergstrasse begann genau auf Meereshöhe. Zunächst fuhren wir die sehr enge und wunderbare Serpentinenstrecke auf einer Länge von ca. 10 km bergauf. Mehrmals überquerten wir dabei einen reißenden Gebigrsfluss und wichen auf der Straße schlafenden Schäfchen aus.
In ca. 800 Metern Höhe verloren auch die Bäume ihre Wuchskraft und eine mehr und mehr schneebedeckte Hochebene kündigte sich an. So wurden wir noch einmal in eine kurze, kleine Eiszeit zurückkatapultiert.



Nach ca. 30 km auf der Hochebene und einer maximalen Höhe von 1.400 Metern über dem Meer kam dann der Abstieg. Schön langsam ging es im 2. Gang bergab. Schnee und Eis verschwanden, das Grün kehrte zurück und dann öffnete sich vor unseren Augen eine phantastische Sicht auf den wunderbar engen und steilen Aurlandsfjord, einem Nebenfjord des mit 204km längsten und tiefsten Fjords Norwegens bzw. sogar Europas, dem Sognefjord.
Wir hielten an einem Aussichtpunkt ca. 300m oberhalb des Fjords an und genossen die Aussicht. Das besondere an diesem Aussichtpunkt war ein Steg, der ca. 30m von der Steilwand in Richtung Fjord herausragte und somit eine spektakuläre Sicht auf den Fjord ermöglichte. Als dann aus dem Nichts auf dem dunkelblauem Wasser doch tatsächlich noch eines der größeren Kreuzfahrtschiffe, die 296 Meter lange “Konigindam” der “Holland-America-Linie” auftauchte, war das klassisch, fast schon kitschig anmutende Bild eines norwegischen Fjordes perfekt.
Wir waren begeistert. Das Bild wurde auch nicht von einer schier unglaublichen Zahl einer chinesischen Reisegruppe getrübt die lei…. genau zu diesem Zeitpunkt auch auf dem Steg entlanghüpfte. – Wir waren stärker …. !!!



Nach einer Stunde Fjordgenuß fuhren wir weiter. Ein paar Kilometer waren noch zu bewältigen. Wir planten mal wieder ein schönes Plätzchen an einer Uferstraße eines Fjordes zu finden. Mussten aber noch ca. 150km fahren. So fuhren wir durch kurvenreiche Berglandschaften, vorbei an Seen, durch Tunnel und Brücken immer weiter.
Langsam näherten wir uns unserem Ziel, dem Hardangerfjord. Kurz vor Erreichen des Fjords ging es mal wieder in einen Tunnel. An sich nichts ungewöhnliches, wenn man nicht mittendrin in einen Kreisverkehr gelotst wird. Dann fuhren wir aus dem Tunnel und befanden uns direkt auf einer richtig großen Hängebrücke, die über den Hardangerfjord führe, nur um hinter der Brücke wieder in einen Tunnel geführt zu werden, indem sich abermals, blau beleuchtet, ein dicker fetter Kreisverkehr befand.

Diese Norweger sind echte Maulwürfe. Aber im Ernst !
Wir nahmen die richtige Ausfahrt im Kreisverkehr, fuhren aus dem Tunnel heraus und die gedachte Uferstrasse entlang.
Nach ein paar Kilometern wiesen Schilder auf einen Campingplatz, hin der uns zusagte. Wir folgten einer obskuren Beschilderung und landeten prompt zwei Mal in einer steilen und durch Kies befestigten Auffahrt der Küstenstraße zum vermeintlichen Campingplatz.
Mit etwas Stress und gut gemeinten Anweisungen durch 3 Personen mit 6 Armen mit 30 Fingern gelang es uns, den Wagen artgerecht an den recht schmalen Stellen zu wenden. Der richtige Platz lag natürlich ganz brav und einfach direkt am Wasser, der allerdings recht verloren, gammelig bzw. unbesetzt wirkte. Ein Schild wies auf ein am Hang liegendes Haus hin. Dort erklärte man, dass der Platz geschlossen hätte, wir aber dennoch dort kostenlos übernachten könnten. Na dann…!
Es folgte die von uns bereits perfekt gelebte Abendzeremonie. Ein leicht alkoholisches, auf pflanzlicher Basis hergestelltes und importiertes Begrüßungsgetränk, Grillgut, Püree und Salat. Das Wetter war ein wenig frischwindig, aber es lebte sich ganz gut draußen am Fjord.
Der Abend schritt voran und mittlerweile wurde es auch schon wieder ungewohnt dunkel zu späterer Stunde.
Soweit ein wunderbarer Tag mit vielen überraschenden und wunderbaren Momenten.