Wie war der heutige Tag?
Die heutige Strecke: 691 km
Aufgebrochen sind wir von dem schönen und einsamen Campingplatz gegen 11:00 Uhr morgens. Natürlich nicht ohne vorher gebührend gefrühstückt zu haben. Direkt an der Sauna mit einzigartigem Blick haben wir Kaffee und nicht mehr ganz so frisches aber seeeehr leckeres Brot genossen.
Dann gings los. An der Rezeption war natürlich kein Mensch zu sehen. Aber ehrlich wie wir sind (*grins*) , sind wir zu einem Fischrestaurant 300m entfernt gefahren und haben dort nachgefragt. Der offensichtliche Besitzer des Restaurants war auch für den Campingplatz zuständig. Ergo…., bezahlt und nun wirklich los !
Nach einer Weile brauchten wir dann auch mal wieder Sprit. Erster Versuch erste Tankstelle: Tankstelle kaputt. Zweiter Versuch zweite Tankstelle: Zahlstelle nahm unsere Karten nicht an. Dritter Versuch dritte Tankstelle: jetzt aber. Mit 3/4 gefülltem Bezintank gings weiter. Wir wollten nicht voll tanken, da der Sprit in Finnland etwas billiger ist bzw. sein soll. Wozu das führte, erfahrt Ihr später ....
Nach ca 570 km kamen erreichten wir die finnische Grenze. Aufgrund eines Tipps von Edwins Nachbarn, Fritz, fuhren wir jedoch noch nicht über die Grenze sondern in den ca. 10 km nördlich am Grenzfluss “Torne älv” gelegenen Museumsort Kukkolaforsen. Wir waren skeptisch, ob sich der Umweg und Zeitverlust lohnen würde. Doch der im unteren Teil noch recht ruhige und breite Grenzfluss – auf der anderen Seite sah man schon die ersten finnischen Häuser – entpuppte sich an dem kleinen nahezu völlig unbewohnten Ort als reissender mit Stromschnellen durchsetzter Fluss.
Der Ort Kukkolaforsen ist ein als museales Fischerdörfchen, indem im 19. Jahrhundert Fische, insbesondere Lachse, mit speziellen Fangmethoden direkt aus den Stromschnellen gefangen wurden. Hauptfangzeit waren dabei lediglich 3 Wochen im Juli und August. Die unbewohnten aber meist offenen und begehbaren !!! Häuser und Hütten spiegeln die Lebensumstände der Einwohner und Fischer im vorletzten Jahrhundert wider. Zwei Mühlen, mehrere Boots- und Fischnetz-Werkstätten und viele Unterkünfte in denen Pritschen mit Rentierfellen als Schlafstellen standen, konnten wir besichtigen. Das Besondere … Außer uns war kein ! Mensch da. Menschenleer. Alles! – Sehr schön und empfehlenwert.
Nun gings zurück zur Grenze… Letzte große Ikea-Filiale zur rechten. Merkwürdigerweise kein Mensch zu sehen. Kein Auto davor…. Nix. Doch schnell wurde klar, es war schon 21:30 Uhr. Wir haben uns von der noch immer strahlenden Sonne irritieren lassen.
Und plötzlich waren wir in Suomi. Nur ein Grenzschild. Keine Kontrollen. Einfach rüber über den Grenzfluss “Torne älv” und das wars. Zurück im Euro-Raum! – Apropos Euro bzw Geld. Wir haben fast vier Tage in Schweden verbracht und kein einziges Mal schwedische Kronen in den Fingern gehabt. ( bis auf eine gefundenes 2 Kronen Münze ). Alle Zahlungen haben wir mit Kredit- oder ec-Karte getätigt. So verändert sich die Welt.
Langsam wurde auch der Sprit wieder knapp. Eine Tankstelle haben wir aus taktischen Gründen ausgelassen, was sich leider als Fehlentscheidung herausstellte. Die nächste Tankstelle war noch ca. 50 km entfernt und die Tankanzeige meckerte kurze Zeit später zum ersten Mal. Auch bei uns führte die offensichtliche Spritknappheit zu einer dynamischen Diskussion. Als die Tankstelle dann endlich und auch rechtzeitig auftauchte, verzockten wir auch noch 50 EUR am Automaten wegen Fehlbedienung. Aus der dynamischen Diskussion wurde eine dynamische Stimmung, die wir in der Nacht aber mit 2 Flaschen Schnaps und ca. 12 Bierchen ausgiebig wieder beruhigt haben.
Gg 23:30 Uhr kamen wir in in der Stadt Rovaniemi auf dem sehr schön gelegenen Campingplatz, der direkt am Zusammenfluss der beiden Flüsse Ounasjoki und Kemijoki liegt, an. Zum Kochen war es zu spät. Lediglich ein paar Instant-Nudelsüppchen, auf polnisch ( oder schlesisch ? keine Ahnung! ) auch Kucksu genannt, dienten der Enthungerung. Um Punkt 01:00 Uhr dann, nach deutscher Zeit 12:00 Uhr, wurde Christians und Gisis zweiter Hochzeitstag begonnen zu feiern. 2 Stunden später fielen wir dann, stark promilleangereichert und selig beruhigt ins Bett.
Rovaniemi liegt übrigens am 66 Breitengrad und nur noch 7 km südlich des Polarkreises. Es war taghell. Ganz schön beeindruckend was die Welt einem zu bieten hat, wenn man solche Phänomene nur aus der Theorie und der Logik kennt, nicht aber aus der eigenen Erfahrungen.
Soweit der Tag





