Freitag, 16. Juni 2017

21. Tag – Mittwoch, 14. Juni 2017 – Preikestolen


Wir sitzen an einem Campingplatz, ca. 8 km entfernt von einem der touristischen Highlights Norwegens, dem Preikestolen, was soviel wie “Predigtstuhl” bedeutet.

Doch dazu später, bzw. morgen, mehr.

die heutige Strecke: 250km
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Die 250 km verliefen fast völlig unspektakulär. Nachdem wir am Morgen recht früh aufgestanden waren, wollten wir etwas früher los. Es waren zwar nur 250km bis zu unserem heutigen Zielort. Aber wir wollten uns nach den dicken Etappen der letzten Tage am Zielort Preikestolen einwenig entspannen und genießen.

Also hieß es: Aufstehen, Katzenwäsche, Kaffeetrinken und los. Frühstücken wollten wir eine Stunde später an einer schönen Stelle  ….

Drei kleinere Highlights gabs. Das wars.

1. Highlight ==> die Flaschenpost:
Am Abend zuvor hatten wir eine der letzten Flaschen, die im Normalfall eine "durchsichtige Flüssigkeit" enthält, leergetrunken. Dabei hatte Edwin die wunderbare Idee, daraus eine Flaschenpost zu machen. Gesagt getan. Wir schrieben unsere Namen drauf, Edwins Handynummer, meine/diese Blogadresse und ein paar schöne Grüße aus Norwegen in verschiedenen Sprachen.

Anschließend wurde die Flasche gut verschlossen und in einer besonderen Zeremonie ihr Bestimmung, dem Fjordwasser, zugeführt.
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2. Highlight: ==> die Baustelle:
Um 09:30 Uhr fuhren wir los uuuund …. nach 20 Minuten standen wir für fast eine Stunde fest. Warum? Na wegen einer richtig dicken Baustelle an einer Uferstrasse. Vollsperrung der Uferstrasse für 45 Minuten.

Straßen werden hier häufiger einfach mal so eben gesperrt, weil einfach mal so eben einwenig Fels weggesprengt wird und dann natürlich erstmal ein wenig aufgeräumt werden muss. Ein wirklich  freundlicher Baustellenbeauftragter ging von Auto zu Auto langsam nach hinten und verkündete die Zwangspause.

Kurzerhand verlegten wir unser Frühstück in die Warteschlange und genossen Brot, Aufschnitt und Kaffee wartet in der Schlange. Dann pünktlich nach 45 Minuten gings weiter… Die Baustelle entlang der schmalen Uferstraße war wirklich imponierend. Überall Feld und dickes Gerät und Sprengmatten. Und dann wird auch einmal einfach mal so eben ein kleiner Wasserfall verlegt.

Auch wenn ich mich wiederhole… Die können echt buddeln …
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2. Highlight: ==> der Wasserfall:
Nach der Baustelle gings weiter. Ziel war der spektakuläre Wasserfall Latefossen, der mit 165m Fallhöhe bei Weitem nicht der größte Wasserfall Norwegens ist, aber durch seine Lage unmittelbar an einer Fernverkehrsstraße und dass er als sog. Doppelwasserfall mit zwei Fallsträngen gilt, wirklich imposant ist.

Gegen 12:00 Uhr kamen wir dort an. Wirklich Klasse dieser Wasserfall. Die Straße selbst wird permanent der Dauergischt des Wasserfalls ausgesetzt. Auf gleicher Höhe befindet sich auch ein Parkplatz mit vielleicht 20 Plätzen. Entsprechend eng und manövrierend geht es dort zu. Wir fanden mit unserem WoMo glücklicherweise direkt einen Platz und turnten ein paar Minuten in der Gischt herum und schossen Bilder und Filmchen.
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Dann gings auch schon weiter. Gegen 15:00 Uhr überquerten wir erstmals mit einer Fähre einen Fjord. Mit ca. 32 EUR Überfahrt nicht ganz billig, wenn mans durch 4 dividiert relativiert sich die Überfahrt aber. Außerdem wars einfach nur schön.
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Gegen 17:00 Uhr hatten wir unser Tagesziel bereits erreicht. Den Campingplatz in der Nähe der berühmten Felsformation “Preikestolen”. Wir checkten noch die Parkplatzgegebenheiten für unsere geplante Wanderung zum Predigtstuhl am kommenden Tag. Und es folgten die entsprechenden Rituale.

Das war der Mittwoch … und der wunderbare Donnerstag mit unserer Wanderung folgt ….

20. Tag – Dienstag, 13. Juni 2017 – Ringöy (Hardangerfjord)

MannoMann, was war das für ein toller Tag mit wunderbaren Eindrücken. Das hat heute jeden von uns umgehauen.

Wir sind heute schon um 07:30 Uhr aufgestanden, da unsere Programmplanung für den heutigen Tag einiges vorsah.

die heutige Strecke: 355 km
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Gegen 09:00 Uhr verließen wir den Platz erstmal in Gegenrichtung. Eine der berühmten sog. Stabkirchen befand sich gut 14 km entfernt in dem kleinen Örtchen Heidal, die wir leider nur von außen betrachten und fotografieren konnten.

Dann ging es weiter. Nach nur 6km mehrere Aufschreie der Glückseligkeit. Eine Elchkuh mit ihrem Kitz überqurte seelenruhig die Straße. Vollbremsung, Warnblinkanlage rausgehauen, Kameras gezückt und klickklickklickklickklickklickklickklickklickklick

Doch leider waren Kuh und Kalb schneller. Ein paar Fotos sind halbwegs gelungen.
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Im Tagesprogramm stand aber noch der Besuch einer weiteren Stabkirche in dem Örtchen Borgund, den wir gegen 14:30 Uhr erreichten. Dort befindet sich eine der bekanntesten und touristisch am besten vermarktesten Stabkirchen Norwegens. Insoweit gut gemacht, da man gegen Eintritt eine kleine Ausstellung und die Kirche von innen besuchen konnte. Gut und informativ gemacht.


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Info zu Stabkirchen (Auszüge aus Wikipedia)
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Stabkirchen sind hölzerne Kirchen, die als Stabbau konstruiert wurden. Der Stabbau ist ein Tragwerk aus senkrecht stehenden Masten, den sogenannten Stäben, auf denen die gesamte Dachkonstruktion ruht. Stabkirchen kamen hauptsächlich in Skandinavien vor. Ihre Datierung erweist sich als schwierig, da viele Kirchen aufgrund ihrer anfänglich primitiven Konstruktion verloren gingen. Andere wurden durch Brände zerstört, oder sie wurden durch Steinkirchen ersetzt. In Skandinavien wurden Stabkirchen während der Übergangszeit von der heidnischen Religion zum Christentum vor allem im 12. und 13. Jahrhundert erbaut, entstanden aber auch noch im Spätmittelalter.

Ein wichtiges Kennzeichen der Stabkirchen ist – außer der Dachmastenkonstruktion – generell die Vertikalität des Kirchengebäudes: Die Holzteile stehen senkrecht, im Gegensatz zu den Blockbauten, in denen die hölzernen Teile waagerecht liegen.

In Norwegen gab es bis zur Reformationszeit etwa 750 Stabkirchen und diese waren somit die Mehrzahl der ca. 1200 Kirchen im Land. … Heute stehen nur noch 28 authentische Stabkirchen

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Nach dem Besuch tranken wir noch unseren obligatorischen Mittagskaffee mit lecker Wäffelchen. Der Kaffee natürlich wieder zum Nachfüllen. Sehr sympatisches Kaffeevölkchen … diese Norweger!

Weiter gings… Der Weg war noch lang. Der normale Verlauf unserer heutigen Strecke sah die Durchquerung des … ACHTUNG! …. längsten Autostraßentunnels der Welt vor.

Der Lärdalstunnel ist 24,51 km lang. Ich sags ja immer wieder. Die können echt buddeln. diese Norweger… Wers nicht glaubt ==> siehe Wikipedia-Auszug unten.

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Doch der profanen Durchquerung dieser durchaus bauingenieurischen Meisterleistung wollten wir uns nicht hingeben. Der landschaftliche interessierte Tourist weiß, dass es ÜBER! einem Tunnel weitaus besser aussehen kann als dunkel und doof in die Röhre zu schauen.

Also auf zur Überquerung des weltlängsten Autostrassentunnels. Der durchaus bekannte sog. Snow-Way (Schneeweg) hatte es echt in sich. Die Bergstrasse begann genau auf Meereshöhe. Zunächst fuhren wir die sehr enge und wunderbare Serpentinenstrecke auf einer Länge von ca. 10 km bergauf. Mehrmals überquerten wir dabei einen reißenden Gebigrsfluss und wichen auf der Straße schlafenden Schäfchen aus.

In ca. 800 Metern Höhe verloren auch die Bäume ihre Wuchskraft und eine mehr und mehr schneebedeckte Hochebene kündigte sich an. So wurden wir noch einmal in eine kurze, kleine Eiszeit zurückkatapultiert.


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Nach ca. 30 km auf der Hochebene und einer maximalen Höhe von 1.400 Metern über dem Meer kam dann der Abstieg. Schön langsam ging es im 2. Gang bergab. Schnee und Eis verschwanden, das Grün kehrte zurück und dann öffnete sich vor unseren Augen eine phantastische Sicht auf den wunderbar engen und steilen Aurlandsfjord, einem Nebenfjord des mit 204km längsten und tiefsten Fjords Norwegens bzw. sogar Europas, dem Sognefjord.

Wir hielten an einem Aussichtpunkt ca. 300m oberhalb des Fjords an und genossen die Aussicht. Das besondere an diesem Aussichtpunkt war ein Steg, der ca. 30m von der Steilwand in Richtung Fjord herausragte und somit eine spektakuläre Sicht auf den Fjord ermöglichte. Als dann aus dem Nichts auf dem dunkelblauem Wasser doch tatsächlich noch eines der größeren Kreuzfahrtschiffe, die  296 Meter lange “Konigindam” der “Holland-America-Linie” auftauchte, war das klassisch, fast schon kitschig anmutende Bild eines norwegischen Fjordes perfekt.

Wir waren begeistert. Das Bild wurde auch nicht von einer schier unglaublichen Zahl einer chinesischen Reisegruppe getrübt die lei…. genau zu diesem Zeitpunkt auch auf dem Steg entlanghüpfte. – Wir waren stärker …. !!!


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Nach einer Stunde Fjordgenuß fuhren wir weiter. Ein paar Kilometer waren noch zu bewältigen. Wir planten mal wieder ein schönes Plätzchen an einer Uferstraße eines Fjordes zu finden. Mussten aber noch ca. 150km fahren. So fuhren wir durch kurvenreiche Berglandschaften, vorbei an Seen, durch Tunnel und Brücken immer weiter.

Langsam näherten wir uns unserem Ziel, dem Hardangerfjord. Kurz vor Erreichen des Fjords ging es mal wieder in einen Tunnel. An sich nichts ungewöhnliches, wenn man nicht mittendrin in einen Kreisverkehr gelotst wird. Dann fuhren wir aus dem Tunnel und befanden uns direkt auf einer richtig großen Hängebrücke, die über den Hardangerfjord führe, nur um hinter der Brücke wieder in einen Tunnel geführt zu werden, indem sich abermals, blau beleuchtet, ein dicker fetter Kreisverkehr befand.

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Diese Norweger sind echte Maulwürfe. Aber im Ernst !

Wir nahmen die richtige Ausfahrt im Kreisverkehr, fuhren aus dem Tunnel heraus und die gedachte Uferstrasse entlang.

Nach ein paar Kilometern wiesen Schilder auf einen Campingplatz, hin der uns zusagte. Wir folgten einer obskuren Beschilderung und landeten prompt zwei Mal in einer steilen und durch Kies befestigten Auffahrt der Küstenstraße zum vermeintlichen Campingplatz.

Mit etwas Stress und gut gemeinten Anweisungen durch 3 Personen mit 6 Armen mit 30 Fingern gelang es uns, den Wagen artgerecht an den recht schmalen Stellen zu wenden. Der richtige Platz lag natürlich ganz brav und einfach direkt am Wasser, der allerdings recht verloren,  gammelig bzw. unbesetzt wirkte. Ein Schild wies auf ein am Hang liegendes Haus hin. Dort erklärte man, dass der Platz geschlossen hätte, wir aber dennoch dort kostenlos übernachten könnten. Na dann…!

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Es folgte die von uns bereits perfekt gelebte Abendzeremonie. Ein leicht alkoholisches, auf pflanzlicher Basis hergestelltes und importiertes Begrüßungsgetränk, Grillgut, Püree und Salat. Das Wetter war ein wenig frischwindig, aber es lebte sich ganz gut draußen am Fjord.

Der Abend schritt voran und mittlerweile wurde es auch schon wieder ungewohnt dunkel zu späterer Stunde.

Soweit ein wunderbarer Tag mit vielen überraschenden und wunderbaren Momenten.

19. Tag – Montag, 12. Juni 2017 – Randswerk Camping


Wir sitzen an einem netten Campingplatz irgendwo in der weiten Pampa Norwegens. Der Platz liegt in einer leicht bergigen Umgebung auf ca. 600m, also nochmals recht hoch, was wir auch direkt an den Temperaturen spürten. Da auch das Wetter leicht nieselregnerisch und windig war haben wir Pullis und Jacken wieder reaktiviert.

Die heutige Strecke: 513 km
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Das wir ausgerechnet diesen Platz herausgesucht haben war reiner Zufall.

Mittlerweile sind wir seit zweieinhalb Wochen unterwegs und so ganz langsam nähert sich unsere Tour dem Ende. Dennoch stehen auf unserer Agenda noch drei Ziele/Themen:

Ziel 1:  die sog. Trollstigen. (zu deutsch: Troll-Leiter). Eine wunderschöne serpentinenreiche Passstraße

Ziel 2: Norwegens berühmte Stabkirchen

Ziel 3. der Preikestolen (zu deutsch: Predigtstuhl). Eine Felsplattform dessen Kante 604m senkrecht nach unten in den Lysefjord abfällt.

Die drei Ziele liegen halbwegs auf dem Weg Richtung Südwesten. Doch zum einen sind die Streckendimensionen ganz andere als man von zu Hause gewohnt ist und zum anderen beträgt die Durchschnittsgeschwindgkeit auf den Straßen gerade mal 50km/h. Nicht falsch verstehen, die Straßen sind gut. Aber entweder wird heftigst gebuddelt oder die Straßen sind eng und kurvenreich

Für die knapp 1.400 km vom Polarkreis bis zum Preikestolen haben wir mit 4 Tagen geplant. Somit hatten wir eine durchschnittliche Tagesstrecke von ca. 350 km zu bewältigen, was bei 50km/h immerhin 7 Stunden Fahrzeit pro Tag bedeutet und uns somit auch noch etwas Zeit für Pausen und ruhige Besichtigungen lassen sollte.

Nach ausgiebiger Detailplanung entschlossen wir uns schweren Herzens, die Fahrt zu den Trollstigen ausfallen zu lassen. Das ließ uns etwas Luft für die anderen Ziele.

Also fuhren wir an diesem Tag und fuhren und fuhren und fuhren und fuhren und fuhren und fuhren…

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Am Abend kamen wir gegen 19:00 Uhr recht erschöpft und gestresst auf dem sehr schön in der Berglandschaft gelegenen Campingplatz an. Aber der vitaminreiche Gerstensaft, leckeres gut duftendes Grillgut und eine besondere Begegnung zwischen Apik und den zwei Insassinnen einem blauen VW-Camping-Busses (“Haben Sie ein Problem”) ließ die Stimmung wieder steigen.

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Im weiteren Verlauf des Abends versorgte uns dann auch der Platzwart wirklich sehr gut und ausführlich mit Informationen über Stabkirchen, die wir morgen besuchen wollten, und eine seeeehr ausschweifende Begründung (eine mindestens 10 Minuten Monolog-Erklärung) warum er leiiiiiiiiider für die Dusche Geld nehmen müsse.

Dann gings in die Kojen….

Mittwoch, 14. Juni 2017

18. Tag – Sonntag, 11. Juni 2017 – irgendwo in Mittelnorwegen


Wir sitzen irgendwo ! Keine Ahnung wo! Der ausgesuchte Parkplatz liegt zwar hübsch direkt an einem Fluss hat sogar eine Toilette, aber es regnet, es ist recht kalt, das Klo geschlossen. Son Sch… und auch die Stimmung ist naja, ein wenig gedämpft. Die traurige Abreise von den Lofoten und auch die Nachtfahrt haben ein paar Spuren hinterlassen.

Die heutige Strecke: 311 km
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Gegen 11:30 Uhr sind wir noch ein wenig geschafft von der nächtlichen Überfahrt und Weiterfahrt zum Polarkreis aufgestanden. Ein Käffchen zum wach werden und dann ging es in das Arctic-Circle-Center.

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Ein wenig anders als gedacht handelt es sich aber nicht um ein Museum oder eine große Polarkreis-Informationsstelle bzw. –quelle, sondern um ein Selbstbedienungsrestaurant und einer Souvenir-Shopping-Mall. Naja nun gut. Als Mittagsmenu gabs neben Burgern und anderen eher unnorwegischen Gerichten auch einen Rentierteller. Da wir diese skandinavische Speise bislang nicht auf unseren Teller hatten, beschlossen wir statt des Frühstücks nun Rentier zu testen, dazu gabs Püree und Preiselbeeren. War wirklich lecker. Schmeckt ein wenig nach Wild, aber nicht so intensiv und ist recht mager.. Und auch den Kaffee gabs wieder zum nachfüllen...

Dann gings in die ShoppingMall… Und naja. was soll ich sagen. Natürlich haben wir doch nochmal zugeschlagen… DIe Anzahl der Tüten die wir im WoMo nachher verstauen mussten, verrate ich jetzt nicht.

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Ein paar schöne Bilder noch von der tauenden Schnelllandschaft am Polarkreis, dann gings los.

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Auf der Fahrt gabs genau ein Highlight. In einem unbedeutenden Örtchen steht die älteste Shell-Tankstelle Europas. Eröffnet 1933 und seitdem technisch nicht erneuert. Das besondere ist, dass das Gebäude und auch die Technik noch Original erhalten sind. Die Zapfsäulen werden mit einer Kurbel bedient. Man kurbelt die gewünschte Menge an Sprit in einen oben liegenden Schaubehälter und lässt anschließend den Sprit durch den Schlauch in den Tank laufen.  Leider hatte die Tankstelle geschlossen und scheint nun doch eher ein Museum zu sein. Dennoch interessant. - Etwas vergleichbares habe ich einmal in Thailand erlebt.  ==> @an meinen Papa: Erinnerst Du Dich?

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Dann gings weiter an einem teils reissenden Fluss bis wir den oben besagten Parkplatz fanden. Hinstellen, Willkommensbierchen trinken, Grillen, Abwasch, Heia.

Bis morgen!

17. Tag – Samstag, 10. Juni 2017 – Arctic Circle – Polarkreis (Festland)


Es ist zwar schon Sonntag, der 11. Juni, um 5:00 Uhr morgens, aber erst jetzt liegen wir endlich in den Kojen… Und das genau am Polarkreis in Norwegen und diesmal auch auf dem regulären und (fast) richtigen Breitenkreis (66 Grad 33 Minuten . Um uns herum noch jede Menge Schneereste. Doch blicken wir erstmal zum Vortag

Die heutige Strecke: 255 km – davon ca. 100 km Fähre.
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Am Morgen hatten wir uns Zeit gelassen, da die Fähre Richtung Festland erst um 23:45 Uhr losfahren sollte. Also planten wir erstmal in den wirklich letzten Ort der Lofoten zu fahren. Der Ort hat den wunderbaren Namen:

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Nicht mehr. Nur der Buchstabe A mit einem Kringel drauf. was auf Norwegisch dann ein wenig wie ein offenes halbes “O” ausgesprochen wird.

Etwas eindeutiger wird er mit dem Zusatz. “ i Lofoten “. Also insgesamt “Å i Lofoten”. Was dann soviel heißt wie: “A auf den Lofoten”.

Info zu Å (Auszüge aus Wikipedia)
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Å i Lofoten, oder kurz Å ist ein Ort mit rund einhundert Einwohnern auf den Lofoten … . Der Name ist etymologisch verwandt mit lat. aqua, bedeutet so viel wie Bach. Erreichbar ist Å über das Meer mit einer Fähre …  und über den Landweg über eine im Jahre 1992 eröffnete Straße.
Der größte Teil des Ortes und auch der Süßwassersee gehört der Familie Johan B. Larsen und deren Nachkommen.

Die Stadt lebt heute hauptsächlich vom Tourismus in den Sommermonaten. Die zwei dort ansässigen Museen stellen einen wichtigen Beitrag zur Darstellung der Kultur auf den Lofoten dar. Å ist vorwiegend ein Fischerdorfmuseum und besteht aus 23 Gebäuden, die 150 Jahre alt sind und sich noch an ihrem alten Platz befinden. Dazu gehören einige Rorbuer,  Bootshäuser, eine Schmiede und eine Bäckerei sowie eine Trankocherei.

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Ein bisschen vergleichbar ist Å mit der Ortschaft Nusfjord die wir tags zuvor besucht hatten. Insgesamt etwas größer, aber auch hier gibt es jede Menge Hobbyhochseefischer auf Urlaub, ein größeres Restaurant, ein Cafe und ansonsten … viiiieeel  Aussicht auf lofotisch hübschniedliche Hafenrustikalität sowie ... ein heute erstaunlich ruhiges, spiegelglattes Meer.

An der Außenkaimauer des Hafens machten wir ein paar Bilder, gingen in ein schnuckeliges Cafe und entschlossen uns spontan nicht weiter zu fahren, sondern ganz gemütlich den Tag hier in dem Ort zu verbringen. Apik holte seine Angel hervor, was erstmals zu einem kleinen Plasternoteinsatz führte. Später bekamen Edwin und Hubert weitere Angellehrstunden.

Ich setzte mich derweil in das Ortsrestaurant “Smaken av Lofoten” (also in etwa: Geschmack der Loften) mitten in die Sonne, holte mir selbstbedienend einen Kaffee und ein Teilchen und schrieb ein wenig für den Blog. Dabei fiel mir zum wiederholten Male auf, dass für Kaffee aus der Selbstbedienung “all you can Coffee” gilt. Das kennt der Ein oder Andere von Euch bestimmt auch aus dem IKEA-Kottbullar-Restaurant. Sehr sympathisch diese Skandinavier ... .

Gegen 18:00 Uhr kamen wir wieder zusammen und testeten anschließend den Geschmack der Lofoten im “Smaken av Lofoten” live. Wir bestellten dreimal Fischsuppe, einen Fischburger und eine Versuchsportion von Stockfisch. Zur Erinnerung. Stockfisch ist nach der Trocknung hart wie ein Stock. Möchte man ihn als komplette Mahlzeit genießen, muss er zuvor mehrere Tage in Wasser und/oder Milch eingelegt werden. Das Fleisch nimmt dabei nahezu wieder die ursprüngliche Konsistenz an. Ergebnis… Joaahh. Interessant. Das Fleisch sah wirklich wieder wie ein frischer ! Fisch aus, obwohl es 3 Monate in der Luft trocknete. Geschmacklich etwas strenger als frischer Fisch aber insofern auch “prägnanter”.

Anschließend ließen wir uns alle noch zwei Stunden individuell Zeit. Gegen 22:00 bereiteten wir uns dann auf die Fähre vor, fuhren zurück in den nur 5 km entfernten Hafen von Moskenes, warteten gemütlich und fuhren um 23:30 Uhr auf die Fähre zusammen mit weiteren 5 Autos bzw. WoMos und ca. 10 Rucksacktouris die ansonsten komplett leere Fähre, die pünktlich um 23:00 Uhr die Schotten dicht machte.

Dann begann das Spektakel:

Nur 15 Minuten später, also genau 24:00 Uhr hatten wir bereits soviel Abstand zum Ufer, dass wir ein einzigartiges Sonnenspektakel an den hinter uns liegenden langgezogenen Küstenstreifen der Lofoten erleben konnten bzw. - man muss es an dieser Stelle einfach etwas pathetischer ausdrücken - durften. Die Sonne lag teils hinter den Bergen, teils lugte sie je nach Entfernung und Winkel zwischen den Berggipfeln hervor. Dabei erstreckte sich die Lofoteninselkette viele viele dutzende Kilometer perfekt sichtbar im Orangerot des Sonne gen Norden. Und das um Punkt 24:00 Uhr. Ein wunderschöner und unglaublich intensiver Abschied.

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Wir verließen die Fähre pünktlich um 3:15 Uhr und los gings auf eine ausnahmsweise wirklich mal recht eregnislose “Nacht”-fahrt bis ca. 04:45 Uhr. Ziel war das Arctic-Circle-Center genau am Polarkreis, von dem wir gehört hatten, dass man ohne Probleme auf dem zugehörigen großen Parkplatz stehen und übernachten dürfte.

Mittlerweile sehr müde kamen wir dort an, setzten den Wagen irgendwo hin, staunten kurz darüber, dass wir tatschlich wieder auf einer baumlosen Hochebene in 680m NN mit recht viel Schnell angekommen waren und schliefen ein.














Montag, 12. Juni 2017

16. Tag – Freitag, 9. Juni 2017 – Moskenes (Südseite der Lofoten)


wir sitzen an einem Campingplatz an der Südseite und fast schon am äußeren westlichen Ende der Lofoten. Das Wasser ist ruhig. Der Himmel von Schleierwolken sanft bedeckt. Ein AIDA-Dampfer zieht an uns vorbei. Und die Fähre, die uns morgen von hier leider wegbringen werden wird, läuft gerade in den den kleinen Hafen ein.

die heutige Strecke: 99,1 km
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Die Fahrt war .. naja.. wie solls schon gewesen sein, hier am wunderbaren Ende der Welt … Vielleicht ists hier hja auch der Anfang der Welt. Wer weiß’ ?

Heute gabs drei wunderbare Highlights.

Nummer 1:
Gegen 11:00 Uhr morgens hatten wir gefrühstückt, gepackt und los gings.

Schon um 11:30 Uhr kamen im nur 15km entfernten Wikingermuseum an. Nett wars darin. Ein kleiner kurzer Film, ein paar Ausstellungsstücke, ein sog. Wikingerlanghaus, indem gekocht, gelebt, geliebt und gefertigt wurde, die Möglichkeit sich wie ein Wikinger anzukleiden, 2 Drachenboote an einem nahgelegenen See, die aber erst am dem 15. Juni fahren und eine echte kleine Schmiede, in der ein optischer Nachfahre von Harald Schönhaar (der hieß wirklich so) gerade ein Schmuckstück schmiedete.

Nicht zu vergessen natürlich der angrenzende Souvenirladen, der zugegebenermaßen erstaunlich preiswerte Klamotten enthielt. Und ja, wir waren ein wenig shoppen. -  Nach einem Kaffee im Cafe, nebst leckerer Waffeln mit Sanddornmarmelade und CremeFresh (ebenfalls zu humanen Preisen, da man sich Kaffee ganz im Ikea-Stil nachholen konnte), gings weiter.

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Nummer 2:
Wow. das ist ja wirklich klasse und süß hier. Auf Grund eines Tipps einer Reiseleiterin fuhren wir das kleine Städtchen Nusfjord an. Eine sehr enge Strasse, eine sehr große Bergwand, ein sehr enger und kurzer Fjord und dann am Ende des Fjords das schnuckelige Fischerdorf Nusfjord.

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Natürlich ist dieser Ort mittlerweile eine lofotische Touristenattraktion, nebst der ebenfalls hier Hobbyfischer die die bereits erwähnten Rorbues mieten/nutzen. Wir hatten wohl richtig viel Glück. Kaum ein Mensch war hier.

Wir schlenderten gemütlich umher, setzten uns längere Zeit auf den letzten Felsen, schossen ein paar Photos und überlegten, ob wir nicht hier bleiebn sollten, was auf dem leicht erhöht liegenden Parkplatz durchaus möglich gewesen wäre. Aber der Drang weiterzukommen obsiegte und wir kehrten dem schönen Nusfjord unsere Rücken.

Nummer 3:
Kaum hatten wir den Fjord verlassen und waren wieder auf der Hauptstrasse. Vollbremsung.  Schneeweißer Strand, blaues Wasser, 25 Grad Lufttemperatur um 19:15 Uhr am Abend, Karibik pur! Der Lofoten-Beach. Rechts ran. Badehose raus. – Und ab gings ins, in die Fluten des Europäischen Nordmeeres. Wir waren drin. Wassertemperatur ? Naja, sagen wir mal ca. 2cm!

– Beweisfotos? – Seht selbst!

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Frisch gewaschen, die letzte lag Dusche lag immerhin schon 72 Stunden hinter uns, fuhren wir nun nahezu ans westliche Ende der Lofoten. Wir waren hungrig und auch müde, genossen aber dennoch noch unser Bier und Grillgut und die Eindrücke des Tages.

15. Tag – Donnerstag, 8. Juni 2017 – Kvalnes (Nordseite der Lofoten)


Bei “sternklarer” Sicht konnten wir am Freitag, den 09. Juni 2017 den Tiefstand der irdischen Sonne um 01:03 Uhr MEZ mit einem Winkel von 1,2 Grad über dem durch das Meer eindeutig scharf abgegrenzten Horizont beobachten.

Was für ein magisches Schauspiel!

Der Azimut betrug dabei selbstverständlich 0 Grad, was bedeutet, dass die Sonne genau im Norden ihren tiefsten Stand hat.

Hinweis: ==> die nächste Navigationsschulung findet übrigens im November statt :-)

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Der Tag verlief wie man ihn sich auf den Lofoten nicht besser wünschen kann. Bestes Wetter und (ein mal pro Blogtag muss ich es einfach immer wieder sagen) landschaftlicher Genuß vom Feinsten.

Die heutige Strecke: 208 km
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Dazu zwei Pausen die es in sich hatten. In einem kleinen, völlig unscheinbaren Hafennest fanden wir u.a. die berühmten norwegischen Stockfische. Apik bekam ganz feuchte Augen, als wir in den Ort kamen und überall die großen Holzgerüste standen, an denen die Fische aufgehängt waren.

Direkt an einer Stockfisch-“Fabrik” hielten wir an und sprachen einen Arbeiter an. Die Verhandlungen verliefen sachlich auf typisch schlesische Art mit polnischen Einflüssen und rheinischer Herzlichkeit in englischer Sprache. Das Ergebnis lautete: Zwei Stockfische und ein 80cm, absolut fangfrischer Dorsch gegen vier Dosen Bier.

Der Stockfisch stinkt uns zwar seit dem das Heck voll, aber der Dorsch war ausgesprochen lecker und wurde am Abend beim bereits oben erwähnten Sonnenuntergang vollkommen verspeist.

Hintergrund-Info zum Stockfisch (mit Auszügen aus Wikipedia):
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Stockfisch ist durch Trocknung haltbar gemachter Fisch – vor allem Kabeljau (Dorsch) … , wobei …. vorher die Köpfe und Eingeweide entfernt werden.

Beim Stockfisch werden die Fische paarweise an den Schwanzflossen zusammengebunden und zum Trocknen auf Holzgestelle (norw. stokk) gehängt. Stockfisch war ursprünglich ein sogenanntes „Arme-Leute-Essen“, da Kabeljau in ausreichender Menge gefangen wurde und Salz billig war. Die fertigen Gerichte schmecken wegen des vorausgehenden Wässerns jedoch nicht salzig; der Fisch ist sehr zart.

Die meisten Stockfische werden nach Italien, Frankreich, Portugal, Spanien und Brasilien verkauft. Übrigens werden auch die Köpfe der Fische weiterverarbeitet. In großen Behältern werden diese meist nach Nigeria verschifft, wo die Köpfe dann zu Fischsuppe weiter verarbeitet werden.
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Nach einem kurzen Käffchen in der einzigen Gaststätte des Ortes, einer gemütlichen Hafenkneipe mit Selbstbedienung, ging es weiter.

Zwischendurch hielten wir an ein paar Stellen, wie z.B. an einem Sandstrand mit angegliedertem Friedhof. Während die anderen am Strand spazieren gingen, flanierte ich kurzer Hand über dem Friedhof. Sieht alles ähnlich aus wie bei uns. Der älteste und dennoch gut erhaltene Grabstein, stammt aus dem Jahr 1896 ! . Ob das die Seeluft macht, die den Gabstein so gut aussehen lässt? Dann möchte ich nicht wissen wie es darunter aussieht.

Zum Schluss fanden wir die wundebare Stelle, die einen perfekte Beobachtung des bereits Eingangs beschriebenen Sonnenverlaufes versprach. Ebenso konnte Apik in einzigartiger Professionalität (ernst gemeint) unseren Biertausch-“Fang” zubereiten und genießen. Dazu gabs frischen Salat (selbst gemacht) und Püree (selbst angerührt).

Gegen 23:15 Uhr gings ans Aufräumen und Spülen. Danach setzten wir uns in Erwartung dessen was da noch kommen möge in Bereitschaft.

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Das wars für den 08. Juni 2017.