Tromsö - was für eine schöne Stadt. Hier würde ich glatt hinziehen ! – Ernst gemeint !
Nach dem obligatorischen und genussvollen Frühstück sind wir gegen 12:30 Uhr in Tromsö eingetroffen. Norwegens achtgrößte Stadt liegt überwiegend auf einer Insel und hat ca. 74.000 Einwohner, viele putzige und alte typische Holzhäuser, viele schöne Cafes und mehrere Parks und Plätze. Tatsächlich auf den ersten Blick – und der zählt ja bekanntlich - richtig schön und lebenswert.
Der Hafen, an dem einfach so und nebenbei ein dickes Hurtigruten Linienschiff liegt, liegt quasi mitten in der Stadt. Für uns Festland-Smoothies wirklich ungewöhnlich. Außerdem besitzt Tromsö ein Universitätsklinikum, die norwegische Fischereihochschule nebst einer normalen Universität, sowie mehrere Museen und Sehenswürdigkeiten von denen wir vier besuchten.
Unser erster Kulturschwerpunkt war der Besuch des sog. Polaria-Museums. Das Polaria-Museum ist eine Mischung aus Seaworld und “arktischen Erlebniszentrum”, indem zum einen in zwei recht gut gemachten Filmen die Polarregion um Spitzbergen und die Entstehung des Polarlichtes gezeigt bzw. erklärt werden und zum anderen in Aquarien und Terrarien die wichtigsten Fisch-, Krebs und Krabbenarten gezeigt werden. Auch ein paar eindrückliche Kurzfilme über den Rückgang des arktischen Eises waren dabei. Einwenig teuer aber sehr interessant und gut gemacht. Außerhalb gab es noch eine Sonderausstellung eines internationalen jungen Uniteams, dass sich für 6 Monate auf einem Forschungsschiff im Eis hat einschließen lassen um dort Analysen über die Veränderungen des Meereises vorzunehmen. ==> Fazit: Es ist eigentlich schon 5 nach! 12:00 Uhr.
Als nächstes ging es zu unserem zweiten Schwerpunkt, dem Polar-Museum. Genau mein Thema! Mein Herz schlug schneller! Das Museum selbst befindet sich in einem denkmalgeschützten, wunderschönen, alten Zollhaus aus den 1830er Jahren, direkt am Wasser gelegen. Schwerpunkt des Museums sind die ersten Expeditionen in die nördlichen und südlichen Polarregionen vor erst 120 Jahren, allerdings auch die durchaus problematischen Themen wie Robben- und Eisbärenjagd in den Anfängen der Polarbesiedlung bis heute. Sehr interessant und beeindruckend.
Nach soviel Kultur brauchten wir erstmal einen Kaffee. Wir hatten ja noch zwei Punkte vor uns. Auf einem schönen Platz fanden wir das Cafe “Kaffebönna”, das dank seines Namens ein wenig Heimatgefühl aufkommen ließ.
Zurück ging es mit dem WoMo auf die Festlandseite wo wir die sog. Eiskathedrale besuchten. Es war gar nicht so einfach aus Tromsö mit dem Auto zu kommen. Wir wurden noch auf der Insel in ein komplexes Tunnelsystem geleitet. Das allein wäre ja noch gar nicht so spektakulär, doch das man im Tunnel noch durch 3 – ich betone drei ! Kreisverkehre geleitet wird – im Tunnel ! ist schon beeindruckend. Ich habs’ ja schonmal gesagt, die können buddeln, die Norweger!
Die Eiskathedrale ist eine protestantische, moderne Kirche aus den 60er Jahren mit einer sehr großen bunten Mosaikglasfassade am Altar. Durch ihre besondere Außenfassade und das innere Beleuchtungkonzept wirkt die Kirche von außen wie ein Eisberg. Sehr schön.
Als letzten Höhepunkt fuhren wir um 19:30 Uhr mit der Seilbahn auf den Hausberg Tromsös dem sog. Storsteinen. Von oben hatten wir einen wunderschönen Blick auf Tromö. Insbesondere konnte man klar und deutlich die einzigartige Insellage des Stadtkerns von Tromsö erkennen (siehe Bild oben).
Gegen 20:30 Uhr gab es im Gipfelrestaurant prompt noch ein 30minütiges kostenloses Livekonzert eines Heimatchors. Sehr schön und auch ein wenig ergreifend, bei gleichzeitiger Sicht auf das unter uns liegende Tromsö, angestrahlt durch die strahlende Sonne bei blauem Himmel und schneebedeckten Bergen im Hingtergrund. – Sachen gibts!
Gegen 21:00 Uhr fuhren wir bergab und suchten an ähnlicher Stelle wie am Vorabend ca. 10km außerhalb von Tromsö, erneut einen “wilden” Übernachtungsstellplatz, den wir auch prompt fanden. Apik holte seinen Angel heraus und versuchte sein Fischerglück. Edwin, Hubert und ich bereiten währenddessen das Abendessen vor. Unvermittelt hielt ein etwas älterer Radfahrer und sprach uns an, wo wir herkämen. Etwas irritiert antwortete ich, hatte ich doch auch Sorge, dass er uns vertreiben wollte. Aber ganz im Gegenteil ! Er lud uns doch tatsächlich ein, dass wir mit unserem WoMo auf sein Grundstück kommen könnten, da wir von dort eine noch! bessere Sicht auf den Fjord und die Berge hätten. Wunderbar! – Vier wilde Kerle, alle schon ein wenig wie Trolle aussehend, und ein älterer Norweger auf ‘nem Fahrrad, der uns einlud. Einfach nur wunderbar!
Gesagt getan. Dann hatte Apik auch noch Anglerglück und zog einen Dorsch – oder was weis ich, was das fürn Fisch war - aus der See . Wir genossen unser Abendessen (Apiks Fisch wurde erstmal eingefroren) und fuhren dann bei abendlicher Taghelligkeit gegen 23:30 Uhr an die beschriebene Adresse. Ort und Anwesen waren wirklich wunderbar. So stellt man sich den Landsitz eines Schriftstellers vor, der hier seinen Eingebungen freien Lauf lassen kann.
Wir beschlossen und genossen den Tag und vielen in unsere WoMo-Kojen.
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