Samstag, 3. Juni 2017

8. Tag – Donnerstag, 1. Juni 2017 – Nordkap - 16:35 Uhr


Wir sind tatsächlich engekommen. Position: N71° 10’ 21’’ und E25° 47' 01''

Der “quasi” nördlichste Teil des europäischen Festlandes ist erreicht. ( … stimmt nicht ganz, doch dazu später noch mehr ! )

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Die Sehnsucht hat ein Ende…:




Zuvor sind wir vormittags gegen 10:00 Uhr aus Inari weg gekommen. Die Fahrt verlief ruhig bis stürmisch und schneeregnerisch und von Rentieren und langsamen schrumpfenden Tannen durchsetzt. Die Landschaft reduzierte zunehmend ihren Bewuchs. Erst die Birken, dann verschwanden zunehmend auch die Tannen. Übrigens trägt keiner der Laubbäume bislang irgendwelche Triebe oder Blätter. Der Frühling ist hier oben noch nicht angekommen.



Weiter gings durchs finnische Lappland und die landschaftlich in Teilen identische Finnmark in Norwegen. Nach gut 100km überquerten wir die norwegische Grenze an den kleinen Grenzfluss Teno ohne jede Kontrolle. Kurz getankt und erstmals ein wenig Geld umgetauscht. Man mags kaum glauben, anders als in Schweden kann man in Norwegen auch mit noch mit Bargeld bezahlen.

Langsam bereiteten wir uns mental auf die Ankunft am Nordkap vor… Noch 150 km. Wir erreichten den Porsangerfjord. Für uns, die wir noch nie einen norwegischen Fjord gesehen haben, da wir bislang nur durch Schweden und Finnland fuhren, ein Traum! Noch dazu, dass der Porsangerfjord mit 123km der längste Fjord Nordnorwegens ist.

Das Wetter passte und wir staunten und fuhren entlang der Uferstrasse. Zu unserer rechten Seite mal blaues, mal raues, mal graues, mal grünes Wasser. Große Buchten, kleine Buchten, kleine Brücken, kleine Buchten, große Brücken …  und auf der anderen Seite des Fjordes, schlappe 10 bis 20 km entfernt, riesig wirkende Berge…. !!!

Dann ging es durch den 1999 eröffneten Nordkapptunnel. Der Tunnel ist 6875 m lang und unterquert die Meerenge zwischen dem norwegische Festland und der Insel Mageröya in einer maximalen Tiefe von 212m unter dem Meer! Er gehört damit zu den tiefsten Straßentunneln überhaupt. Also man muss schon sagen; Löcher buddeln, dass können die Norweger. Man darf den Tunnel übrigens sogar mit dem Fahrrad durchfahren.

Hinter dem Tunnel begann dann eine neue Welt. Ein wenig kam das Gefühl hoch in der Arktis zu sein. Wellige, mittelhohe und schneebedeckte Hügel in einer endlosen wirkenden Landschaft.

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Dann eine letzte Gerade von ca. 6 km. 2 km vor dem Nordkap gibt es eine festinstallierte WebCam, die einmal pro Stunde, jeweils um nn:29 Uhr ein Bild macht. ( https://www.webcamgalore.de/webcam/Norwegen/Nordkap/25883.html ). Zufällig kamen wir genau um 16:29 Uhr an der WebCam vorbei, hielten an und vollführten einen filmreifen Eskimotanz vor der Kamera. Offensichtlich kamen wir aber leider doch Sekunden zu spät und unsere Tanzeinlage war leider für den “Eisbären”. Egal !

Weiter!… noch 200m ! .. . Eine Kontrollhäuschen … Puuuh, ganz schön teuer …. Die Übernachtung mit dem WoMo und vier Personen kostet für die erste Nacht immerhin 110 EUR (gesamt). Damit hatten wir nicht ganz gerechnet. Aber egal….!

Dann waren wir da!… Wagen abgestellt!... Kameras gezückt! .. Tür auf…  Tür wieder zu!!! --- Schneetreiben --- Jacken an !!!… Tür auf… und raus gings die letzten 100m zum Globus… Und dann waren wir da ! – Und sogar die Sonne ließ sich blicken !


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Der erster Nordkap-Kaffee im lecker Teilchen im Nordkapp-Cafe. Gar nicht so teuer. Und wirklich sehr nettes Personal
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Zum Nordkap ein paar Infos…:
Entgegen der weit verbreiteten Auffassung und den Behauptungen der Tourismusbranche ist das Nordkap nicht der nördlichste Punkt Europas, aber in dem Sinne eines der bedeutendsten Reiseziele:
  1. Das Nordkap befindet sich nicht auf dem Festland, sondern auf einer diesem vorgelagerten Insel. Der nördlichste Punkt des Festlandes ist die Landzunge Kinnarodden (71° 08′ 01″ nördlicher Breite) auf der Nordkinnhalbinsel.
  2. Auch auf der Insel Magerøya, auf der das Nordkap liegt, befindet sich auf 71° 11′ 08″ nördlicher Breite ein noch 1400 Meter weiter nördlich gelegener Punkt auf einer westlich benachbarten Landzunge.
  3. Auch unter den Inseln, die zu Europa zählen, gibt es diverse, die sich nördlich des Nordkaps befinden. Diejenigen des Spitzbergen-Archipels und die des Franz-Josef-Lands mit dem Kap Fligely sind die nördlichsten.

Nach ausgiebigen Fotoshootings, einem im Touri- und Kulturzentrum dargebotenem recht schönem Film über das Nordkap sind wir gegen 22:00 Uhr in unser WoMo zurück und haben die besten und leckersten Nordkap-Nudeln der Welt gekocht:

Spaghetti mit Tomatensahnesößchen!

Lecker verfeinert mit frischen und kleingeschnittenen finnischen Tomätchen. Dazu ein vorzügliches. kühles, polnisches Zywiec-Bier aus echter Blechdosen-Lagerung in kuscheliger Testosteronenge.

Gegen 01:00 Uhr morgens dann in polarer Mitternachtshelligkeit in die Betten.

1 Kommentar:

  1. Lieber Christian, vielen Dank für Deine lebhaften Berichte. Es macht wirklich Spaß, Deinen Blog zu lesen. GLG an die ganze Truppe von Elchfrau Martina

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