Das war atemberaubend.
In 604m Höhe über dem Meeresfjord zu stehen/liegen/sitzen und dabei senkrecht nach unten zu schauen … , da zieht sich einem so manches zusammen!
Der Preikestolen ist schon wirklich beeindruckend…. Aber was ist das eigentlich?
Info zum Preikestolen (Auszug aus Wikipedia)
*******************************
Der Preikestolen oder Prekestolen (norw. für Kanzel oder wörtlich Predigtstuhl) ist eine natürliche Felsplattform (Felskanzel) … und ein Tourismusziel mit weitem Blick über den Lysefjord und angrenzende Berge. Die Größe des Felsplateaus beträgt zirka 25 mal 25 Meter. Die Felskante fällt 604 Meter senkrecht in den fast 40 Kilometer langen Fjord ab. Die Kanzel wird jährlich von etwa 200.000 Menschen erwandert.
Die Felskanzel liegt im Rogaland, einem westlichen Bezirk in Südnorwegen. Die Entfernung nach Stavanger, der viertgrößten Stadt Norwegens, beträgt per Luftlinie etwa 25 Kilometer.
Die Plattform ist vom Endpunkt der ausgeschilderten Straße bei Preikestolhytta nur über einen Wanderweg erreichbar. Die normale Wegzeit für den einfachen Weg sind 1,5–2 Stunden für die ca. 3,8 km mit einem Höhenunterschied von 330 Metern. Der Weg führt erst steil einen Höhenrücken hinauf und dann fast ebenerdig über Bohlenpfade durch morastigen Wald zur Urskarhöhe (418 Meter) und von dort über ein Geröllfeld zum Neverdalsskaretpass (532 Meter) hinauf. An einem kleinen See vorbei erreicht man schließlich über ein mit Treppen und Geländer gesichertes Stück die ungesicherte Plattform.
*******************************
Am Morgen sind wir früh aufgestanden. Das Wetter sah vielversprechend aus und wir nahmen an, dass der Andrang auf der 4 km langen Wanderstrecke vom Basislager-Parkplatz bis zur Plattform recht groß sein würde. Es sollte also früh losgehen damit wir nicht von hunderten weiterer begeisterter und besinnungslos Schwindelsüchtiger überrannt werden würden.
Kurzes Bergsteigerfrühstück gegen 08:00 Uhr in der Früh. Stullen geschmiert, Tee oder/und Kaffee getrunken. Erstmals und letztmals die Wanderschuhe, die wir mit hatten, angezogen. Dann gings los. - Und wie sich das für echte! Wanderer gehört …, erstmal den öffentlichen Bergsteigerbus genommen. 32 EUR für 5km !!! Jaaa richtig gelesen … Zweiunddreissig Euro für füüüünf Kilometer (für alle zusammen) . Das war happig … ! Okay .. inkl. Rückfahrt. Aber dennoch!
Nach 5 Minuten Fahrt waren wir dann am Basislager. Ein großer Parkplatz, eine saubere! Pipibude, ein Hotel, ein schöner See, ein Cafe, ein Souvenierladen sowie eine Mischung aus bajuwarischer Meindl-Schuh-Wanderlaune, österreichischer Hüttengaudi, chinesisch japanischer Massenromantik inkl. weißer! Handschüchen, russischem Jogginghosenflair mit Strassstein-Schüchen und endlos lautem spanischem Machismogebrabbel empfingen uns. Soviel zum Thema früh los. Nun gut. Der Berg rief und los gings…
Die Strecke ging über knapp 4km und hatte durchaus hier und da ein wenig alpines Flair. Steilere Passagen, morastiger Boden, eingehauene Treppen in Felsen, an den man sich abstützen musste und zum Schluss sogar ein paar wenige Stahlseile als Halteunterstützung in den Felsen bei einem Höhenunterschied von immerhin 334m. Schöne Wanderstrecken, sehr nett ! –
Dann, nach knapp 2 Stunden, waren wir um 11:00 Uhr da!
Wirklich, wirklich beeindruckend! Der Blick ist atemberaubend.
Die Plattform ist vollkommen ungesichert. Noch nicht einmal ein Warnschild steht dort! Und es geht steil runter. Der Andrang hielt sich in Grenzen und es bildete sich eine brave, fast schon englische Schlange all derer, die sich am äußeren Punkt der Plattform solo oder als Gruppe fotografieren lassen wollten. Wir natürlich auch. Wir stellten uns in Position und … klick, klick, klick.
Nachdem sich der Adrenalinspiegel auf ein mittleres Maß eingependelt hatte, stiegen wir noch ein wenig höher auf eine oberhalb gelegene Ebene von der man einen wunderbaren Überblick auch auf die Plattform hatte. Dort aßen wir unsere Brote, tranken Wasser, verglichen uns mit Reinhold Messner und beobachteten die Neuankömmlinge unter uns.
Meine Verhaltensstudien ergaben folgendes:
- ca. 30% der Preikestoler-Begeher legten sich zumindest einmal auf dem Bauch an die Kante. Wir auch.
- ca. 5% der Preikestoler-Begeher setzen sich an die Kante mit baumelnden Beinen. Wir nicht
- von diesen davon waren ca. 80% Frauen zwischen 20 und 30 Jahren
Wir verbrachten fast drei Stunden dort oben, legten uns zeitweise etwas abseits hinter einen Felsen und hielten schnarchend ein Mittagsschläfchen in wunderbarer norwegischer Höhensonne, inkl. im Anschluss sonnengereizter Haut. Edwin erklomm ein paar weitere Höhen und schoss Bilder.
Gegen 14:00 Uhr gings an den Abstieg der problemlos verlief. Zwischendurch beobachteten wir noch einen Rettungshubschrauber der mit einem mal über unseren Köpfen kreisend auftauchte. Dazu ein Sanitäter der kurze Zeit später den Berg heraufjoggte. Respekt, der war fit! Wahrscheinlich wegen eines Badeschlappengängers … ! Naja…
Gegen 16:00 Uhr kamen wir unten am Basislager-Parkplatz an. Es folgten All-you-can-drink-Kaffee und leckere Waffeln mit CremeFresh und Marmelade im Cafe und ein wenig Erholung mit etwas Shopping im Souvenierladen.
Um 18:00 Uhr waren wir zurück auf dem Campingplatz, wo wir kurze Zeit später unseren letzten Abend begannen zu feiern. Das letzte Fleisch, die letzten Würstchen, der letzte Fisch, die letzten Bierchen, der letzte Schnaps, der letzte Whisky.. Der letzte geplante Höhepunkt der Reise lag nun hinter uns. Es ging langsam dem Ende unserer Reise zu.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen